Beschluss: Mit Debatte - einstimmig -

Abstimmung: Anwesend: 18

I. Zusammenfassung

 

Nürnberg bewirbt sich für 2025 als Kulturhauptstadt Europas. Die Region verfolgt gespannt den Bewerbungsprozess und ist bereits intensiv an Vorbereitungen beteiligt. Die Stadt Schwabach wird in diesem Prozess durch die Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero vertreten, die sowohl an Workshops zur Kulturstrategie Nürnbergs wie auch an den regelmäßigen Sitzungen der Untergruppe des Forums Kultur der Metropolregion teilnimmt.

Dadurch ist zum einen gewährleistet, dass die Entwicklungen zur Kulturhauptstadt aktuell verfolgt werden, zum anderen auch eine mögliche Beteiligung der Stadt Schwabach gut vorbereitet werden kann.

Professor Dr. Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, wird im Ausschuss über den Stand der Nürnberger Bewerbung berichten. Frau Hoffmann-Rivero ergänzt mit den bisherigen Ideen der Region.

 

II. Sachvortrag

 

Der Antrag der SPD vom 23.03.2018 kann wie der ähnlich gelagerte Antrag der Grünen, der am 18. September 2017 in der Kulturausschusssitzung bereits behandelt wurde, daher positiv wie folgt beantwortet werden.

 

Der Weg zur Kulturhauptstadt ist ein langer. Seit vielen Jahren wurde in Nürnberg diskutiert bis schließlich im Dezember 2016 der Durchbruch kam und der Stadtrat in Nürnberg sich für eine Bewerbung entscheiden hat. Seitdem wird mit Hochdruck an der Bewerbung gearbeitet.

Das Bewerbungsbuch muss im Herbst 2019 abgegeben werden, die Entscheidung wird im Herbst 2020 fallen.

 

Abgeschlossen wurde im Februar 2018 ein in sehr komprimierter Zeit durchgeführter Kulturstrategie-Prozess, der Teil der Bewerbung ist, über das Jahr 2025 hinausweisen muss und die Nachhaltigkeit garantieren soll. Der Abschlussbericht zur Kulturstrategie wurde am 31. Januar im Kulturausschuss der Stadt Nürnberg vorgestellt. Seit 1. Januar 2018 ist zudem der Posten des Leiters des Bewerbungsbüros mit Professor Hans-Joachim Wagner besetzt. Insgesamt besteht das Bewerbungsbüro aus nun sieben Mitarbeitern. Aktuell werden die sehr umfassend diskutierten Themenfelder für Nürnberg exzerpiert, auf die man sich konzentrieren will – eine Reduktion von sieben auf drei ist gewünscht. Parallel laufen seit Monaten Beteiligungsprozesse aller Art, weil die Beteiligung der Bevölkerung und die Interaktivität des Prozesses ein sehr wichtiger Punkt bei der Bewerbung ist (z.B. ab Mitte April online ein „Open Call“).

 

Inhaltlich wichtig sind bei der Bewerbung folgende Punkte:

 

·         Kultur wird als Motor für neue Entwicklungen in Stadt und Gesellschaft betrachtet

·         es soll keine Reihung von Festivals und Spektakeln sein

·         Europa und die europäische Dimension bilden einen großen Schwerpunkt

·         der Blick soll weniger auf die Vergangenheit (was haben wir schon alles…) als mehr in die Zukunft gerichtet werden.

 

Sehr früh beteiligt - und aufgrund der Nutzung vorhandener Strukturen in der Metropolregion auch arbeitsfähig -, verläuft der Prozess der Beteiligung der Region. Eine Untergruppe des Forums Kultur der Metropolregion trifft sich in regelmäßigen Abständen und speist wiederum in das größere Forum Kultur wie auch in das Bewerbungsbüro Nürnberg die Resultate ein.

 

Aus dem Wunsch, ein gemeinsames Klammerthema oder besser noch, ein gemeinsames Projekt der Metropolregion auf die Beine zu stellen (neben darüber hinaus stattfindenden einzelnen regionalen Beteiligungen je nach Schwerpunkt der Städte und Landkreise) ist bereits ein sehr konkretes erstes Ergebnis entstanden, das bereits an das Bewerbungsbüro Nürnberg kommuniziert wurde.

 

In den Diskussionen hat sich für die Region die Idee eines “Local Based Game” herausgebildet – eines übergreifenden Spieles, das parallel in der digitalen wie auch in der realen Welt stattfindet und in der gesamten Region gespielt werden kann.

Mit dem Spiele-Gedanken wird nicht nur eine uralte Kulturtechnik aufgegriffen, sondern man nimmt zum einen Bezug auf das in Nürnberg und der Region sehr wichtige und traditionelle Erbe des „Spielens“ und der „Spieleindustrie“ wie auch auf die in der Metropolregion vorhandenen Stärken in der Gaming Industry. Zudem soll über das Format „Spiel“ die Jugend der EMN besonders eingebunden werden.

 

Das Spiel, ein „Serious Game“, das für die Region speziell entwickelt werden soll (partizipativ!), wird ein oder mehrere Grundthemen haben, die bestenfalls eng an die drei von Nürnberg exzerpierten Themen angelehnt sind oder auf diese Bezug nehmen. Christoph Deeg, Spieleentwickler aus Nürnberg hat dazu ein erstes Konzept vorgelegt. Deeg entwickelte beispielsweise für das Goethe-Institut in Addis Abeba ein „Gamejam“, dessen Ziel es war, spielerisch Wege zu finden, Verbesserungen in der Stadtplanung anzuregen. Ein weiteres Beispiel ist das ebenfalls vom Goethe-Institut beauftragte Spiel “Being Faust – Enter Mephisto”.

 

Daneben können und sollen die Orte der Metropolregion je nach Gewichtung von Sparten und Formaten auch noch individuelle Beiträge leisten, sei es über eine Beteiligung von Schulen, Jugendverbänden u.a.

 

Um das Thema Europa besser einbeziehen zu können, wurde vom Bewerbungsbüro eine „Regionale Netzwerkanalyse“ beauftragt, die die internationalen Beziehungen der Metropolregion ins Auge nimmt. Welche Stadt/welcher Ort hat welche Partnerstädte in Europa? Welches Netz ergibt sich dadurch? Allein schon das Aufzeigen der Örtlichkeiten ergibt ein höchst spannendes Netzwerk – die Analyse soll bis zum September erfolgen.

 

Zeitschiene:

 

Bis Frühherbst 2019 muss das Bewerbungsbuch fertig sein, in dem unter Punkt 2 auch auf die Beteiligung der Region eingegangen werden muss. Im Frühjahr 2020 soll die Entscheidung fallen, ob Nürnberg den Zuschlag erhält.

Für die Region soll bis dahin die Informationsarbeit neben den bereits laufenden im Bereich Kultur auch in den politischen Gremien der EMN laufen. Unter anderem soll auch beim nächsten Wissenschaftstag in Fürth, berichtet werden.

 

Meilenstein:

 

Ein wichtiger Meilenstein für die Stadt Schwabach wäre ein Beschluss des Schwabacher Stadtrates, der ein positives Signal für die Beteiligung der Stadt Schwabach und auch finanzielle Zusagen gibt. Wann dies erfolgen müsste, wird sich in den nächsten Monaten klären.

 

Eine Frage, die sich grundsätzlich stellt ist:

Was passiert, wenn Nürnberg den Zuschlag nicht bekommt?

 

Nachdem viel gedankliche Arbeit im Vorfeld erfolgt, sollte nach aktuellem Stand hier das Motto „Der Weg ist das Ziel“ gelten und sich die Region eventuell trotzdem zu einem gemeinsamen Projekt bekennen 

 

III. Kosten

 

Noch nicht bekannt

 


Der Sachvortrag dient zur Kenntnis.

 

Der im Sachvortrag angesprochene Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 23.03.2018 lag dem Gremium nicht vor. Der Antrag soll in der nächsten Bildungs- und Kulturausschusssitzung vorgelegt werden.